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Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Radar » Fr 15. Mär 2013, 13:27

pilvax hat geschrieben:Aber wovor sollte sich ein unbescholtener Bürger verteidigen…….? :mrgreen:
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Der springende Punkt!
Wir brauchen hier noch einen Springender-Punkt-Smiley.

Kausalitäts-Psychologie!

Damals noch in den Kinderschuhen…
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Aldrin » Mi 27. Mär 2013, 23:09

pilvax hat geschrieben: Ein Psychopath im gewissen Sinne eher, denn wer macht eigentlich so was ?

Jemand, der stur ein Ziel verfolgt.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Brandner » Fr 19. Apr 2013, 18:54

Das der Täter stur ein Ziel verfolgt hat glaube ich weniger, es sieht eher nach einer eskalierenden Racheaktion aus.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon elfeee » Fr 19. Apr 2013, 21:59

@Aldrin
was das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht hat, da gäbe es viele Anhaltspunkte, aber was es letzendlich war, das weiß bis jetzt noch keiner.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Brandner » Fr 19. Apr 2013, 22:53

So ist es, es gibt Hinweise und Vermutungen aber leider nicht mehr. Einen religiösen Fanatiker oder Psychopath halte ich für unwahrscheinlich, da gab es schon handfestrere Gründe.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Radar » Sa 20. Apr 2013, 13:26

Aldrin hat geschrieben:Jemand, der stur ein Ziel verfolgt.

Ja, da gebe ich Dir Recht. Weil Du es bestimmt im weitläufigeren Sinne gebrauchtest.

Wenn jemand sich langfristig in den Kopf gesetzt hat, z.B., Bürgermeister zu werden, ein politisches Amt anzustreben,
Macht zu erlangen, wenn er sich unbeirrbar, zu Deutsch, stur, diesem Ziel verschreibt, dann nimmt er auch Opfer in Kauf.

So verstehe ich Dich.

Der geht über Leichen, sagt man ja auch.

Und natürlich reicht dann nur ein Funke, …

Achtung: — Das ist aber dann kein göttlicher Funke — Vorsicht!
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Brandner » Sa 20. Apr 2013, 22:17

So gesehen hat er letztendlich sein Ziel erreicht. Er hat sich ja auf den Herrgott als rächende, gerechte Hand berufen, aber ich glaube nicht das die Religion die Haupttriebfeder war.,da gab es sicher irdischere Motive.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon pilvax » So 21. Apr 2013, 07:21

Radar hat geschrieben:Wenn jemand sich langfristig in den Kopf gesetzt hat, z.B., Bürgermeister zu werden, ein politisches Amt anzustreben,
Macht zu erlangen, wenn er sich unbeirrbar, zu Deutsch, stur, diesem Ziel verschreibt, dann nimmt er auch Opfer in Kauf.


Dass der Ortsvorsteher allen irdischen und hier vor allem den allzu menschlichen als auch den materiellen Dingen recht zugetan war, ist ja hinlänglich bekannt. Wobei sich sein Ehrgeiz im militärischen Belangen allerdings in Grenzen hielt.

Die Krönung wäre natürlich das Amt des Bürgermeister von Wangen gewesen…..
…..vielleicht inspiriert und protegiert durch seinen Namensvetter Dr. Seb. Schlittenbauer……? 8-)

Überzogener Ehrgeiz führt oftmals zu irrationalen Handlungen. :-O(

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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Aldrin » Mo 22. Apr 2013, 21:03

Radar hat geschrieben:Ja, da gebe ich Dir Recht. Weil Du es bestimmt im weitläufigeren Sinne gebrauchtest.

Genau. Wenn der Täter tatsächlich ein, sagen wir mal pekunäres oder politsiches oder religiöses Ziel verfolgte, dann muss er noch nicht mal ein Psychopath gewesen sein, obwohl es natürlich nicht aus zu schließen wäre.

Wie WIKI zu berichten weiß, bezeichnet "Psychopathie ... eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht."

Und jemand, der zB meint, er erfülle Gottes Willen, handelt sogar nach "bestem Wissen und Gewissen" nach seiner Vorstellung von Gut und Böse sogar verantwortungsvoll. Natürlich ist ein Begriff dehnbar.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Brandner » Mo 22. Apr 2013, 21:47

Ein Fanatiker oder Psychopath hört selten nach einer Tat auf, er macht weiter bis er erwischt oder tot ist. Manche begehen Straftaten um dadurch berühmt zu werden.Einer zündete zum Beospiel in der Antike einen berühmten Tempel an um berühmt zu werden.
Die Religion mag auf HK ein Teilaspekt gewesen sein,Hauptgrund war sie nicht.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon pilvax » Di 23. Apr 2013, 17:14

Dem religiösen „Psychopathen“ flüstern die Englein schon vor der Tat etwas ein.
Der gewiefte „Pragmatiker“ hört erst nach der Tat die Englein singen. ;)

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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Dorfkind » Mo 10. Jun 2013, 14:22

Meiner Meinung nach war der Täter(Der für mich feststeht)Kein religiöser Fanatiker oder Phsychopath.
Ich denke es war großer Hass da.
Vielleicht ließ ihn der Hass erfinderisch werden und wollte die Familie vllt.psychisch fertig machen(Rind losbinden,Spuren im Schnee usw.)Ich denke der jenige hatte große Wut auf Viktoria Gabriel und wollte ihr etwas antun.Ich denke am Abend kam es zu Streitigkeiten zwischen Täter und Opfer sie gingen durch die lautstarke Auseinandersetzung in
den Stall wo ihm die Sicherungen durchbrannten und er V.G. würgte und dann mit der Rheute die gerade in der Gegend lag auf sie einschlug)
Die anderen Opfer waren leider einfach nur Zeugen und der kleine Junge musste sterben weil er evtl. mit Auslöser des Streits war..Die Frage die für mich doch besteht warum ein ganzes Dorf schwieg jeder oder der Großteil wusste bzw. konnte sich denken wer der Täter war.
Es gab Zeugenaussagen die aussagekräftig waren warum wurden diese nicht verwendet?
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon AngRa » Mo 10. Jun 2013, 15:49

Ich sehe es auch so, dass der Täter kein religiöser Psychopath oder Eiferer war.

Für mich steht im Mittelpunkt des Dramas Viktoria. Ich schätze sie als selbstbewusste und auch streitbare Frau ein, die gelernt hatte im Leben ihren Mann zu stehen. Sie hat nach nur wenigen Monaten Ehe ihren Mann im Krieg verloren. Damals war sie schwanger und sie musste als Bäuerin den Hof zusammen mit ihren Eltern bewirtschaften und hat das auch alles bewältigt. Als ihr Vater von Februar 1916 bis Februar 1917 für ein Jahr im Zuchthaus war, hat sie den Hof mit ihrer betagten Mutter alleine führen müssen und sie hat sich auch in dieser Situation nicht unterkriegen lassen. ME hat sie kurz vor ihrem Tod angekündigt, dass sie Unterhalt für ihr uneheliches Kind fordern wird und das hat im streitbelasteten Verhältnis zum Nachbarn, der mE der Vater des Kindes war, das Fass zum Überlaufen gebracht. Sie wollte in dieser Frage nicht klein beigeben und darum musste sie sterben und mit ihr ihre gesamte Familie und die neu eingestellte Magd, denn Zeugen konnte der Täter nicht gebrauchen. Der Hass des Täters auf sie war riesengroß, was man an der Anzahl der Schläge sieht mit denen sie getötet wurde.

Es war schwer einem Täter die Tat nachzuweisen, denn es gab keine unmittelbaren Tatzeugen und keine wirklich handfesten Indizien, wie z. Bsp. Spuren des Täters am Tatort oder der Nachweis, dass ihm die Tatwaffe gehörte . Der Täter hätte aufgrund dieser Sachlage nur durch ein Geständnis überführt werden können. Aber ein Täter gesteht nicht ohne Weiteres, denn er möchte seinen Kopf nicht verlieren und so hätte die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft im Rahmen einer Vernehmung ihn zu einem Geständnis bewegen müssen, was wiederum nur dann möglich ist, wenn die Ermittler von seiner Schuld überzeugt sind. Sie hätten ihm in der Verhörsituation das Gefühl geben müssen, als haben sie ihn durchschaut und seine Schuld erkannt.

Unter diesen Umständen hätte der Täter anfangs noch unter dem Eindruck der Tat stehend, vielleicht gestanden. Davon waren Reingruber und Co weit entfernt, denn sie haben ganz im Gegenteil, demjenigen, den die Nachbarn verdächtigt haben, jedes Wort geglaubt. Das fing mit den Schneespuren, dem Einbruchsversuch und dem losgelassenen Rind an und hörte bei den 100.000 Mark Papiergeld im Haus auf, welches angeblich die Täter geraubt haben. Dass die Polizei den im Dorf Verdächtigten für unschuldig hielt, weil er der Ortsführer war und der Bürgermeister ihm anfangs ein gutes Leumundszeugnis ausstellte und weil der Staatsanwalt der Auffassung war, dass ein Vater sein eigen Fleisch und Blut nicht tötet, haben die Nachbarn schnell erkannt und sich damit eingerichtet. Sie haben mE in erster Linie geschwiegen, weil sie wussten, dass sie die Polizei durch ihre Aussagen nicht von der Schuld überzeugen können, zumal niemand die Tat mit angesehen hätte und es ohnehin nur um Aussagen zu einem Motiv gegangen wäre. Die Konsequenz wäre für sie nur Ärger mit dem Tatverdächtigen gewesen.

Es gehört eben auch psychologisches Einfühlungsvermögen dazu einen Täter zu überführen und vor allem daran hat es mE den frühen Ermittlern gefehlt.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Bernstein » Mo 10. Jun 2013, 17:18

@AngRa,
@Alle,
ein wirklich religiöser ( wir nehmen jetzt mal eher die christlich orientierte "Programmierung" an ) Fanatiker hätte sich in dem Sinne überdies kaum um sein eigenes Leben, will sagen Überleben, Gedanken gemacht, denn als die "rächende richtende rechte Hand Gottes" wähnte er sich doch als ein im Auftrag des Herrn agierende Instanz. Letzthin als Exekutor von der höchsten Instanz geschickt, die es für einen religiösen Fanatker gibt. Somit fern jeden irdischen Moral- und Rechtsverständnisses und Anspruchs.

In letzter Konsequenz stolz auf seine Aktion, mag sie noch so grausam, blutig und unsinnig in unseren Augen erscheinen. Für ihn nicht: Keine Angst vor dem Schafott, keine Angst vor dem Nachruf. eher im Gegenteil: Sollte er dass ein Leben verlieren, soltten seine Nachkommen, seine Verwandschaft, seine Freunde sich sogar noch brüsten können, ihn gekannt zu haben, von ihm abgestammt zu sein.

Dieser Täter, diese Täter agierten aber auch mit Überlegung im nachhinein, schliesslich wurde er, wurden sie, nie gefasst. Dabei begünstigt von einer Kette unglaublicher Ermittlungdefizite der Serie Pleiten, Pech und Pannen, bis hin zur möglichen Einflussnahme aus politischen Kreisen.

Die modernen Zeiten lehren uns erneut, seit einigen Jahrzehnten mit fürchterlich harter Nachdrücklichkeit, was religiöser Fanatismus anrichten kann: die vernichtende Ein-Mann-Waffe.

Im Falle von HK jedoch sehe ich keine signifikante Spur von einem religiösen Fanatismus im engeren Sinne. Die Religion, der chrsitliche Glaube, die Bibel wurden eher IM NACHHINEIN hinzugezogen, um eine moralisch entschuldigende Grundlage für dieses schlimme Verbrechen zu konstruieren. Ob dies der/die Täter wirklich selbst (!) so sahen, oder ob man dies eher im Unterstützer/Mitwisserkreis nun gerne so hinstricken wollte, zur Gewissens- und Seelenberuhigung, lässt sich heutzutage ursächlich nur noch schwer konkreten Personen zuordnen.

Lorenz Schlittenbauer's legendäre hier mitspielende "Hand Gottes" ist auch kein per se felsenfestes Indiz, Sprüche deiser Art hat man allgemein gerne zur Hand, wenn das Verständnis und die Erklärung fehlten, kann es doch einer auch von Anderen im nahen Umfeld üblichen geprägten Redewendung entsprungen sein, die Lorenz flugs aufgegriffen hat, freilich nicht zuletzt, weil er von sich weg verweisen wollte, am besten halt nach "oben! !

In seiner prekären Situation sehr verständlich, ob nun wirklich der Täter, ob "nur" Mitwisser oder Unterstützer, drin in dem fürchterlichen Schlamassel war er allenthalben, und zwar richtig.

*****
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon koenigstiger » Mo 10. Jun 2013, 20:48

das meinte ich auch, die Viktoria ist der Schlüssel der Sache. Sicher wäre es leicht und einfach sich auf LS als Täter zurückzuziehen. Aber alle Indizien sprechen gegen ihn. Wir haben heute ob der Distanz die Möglichkeit ohne Korrekturbrille zu sehen. LS bekam das Geschenk, vom wen auch, das nicht gegen ihn besser ermittelt wurde. Viele dieser ungelösten Fälle zeigen die Schwäche des Systems auf.
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