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Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Brandner » Mo 10. Jun 2013, 20:55

Es wird jeder im Dorf seine Meinung gehabt haben und auch einen Verdacht. Dem ist man anfangs nicht nachgegangen und die Leute haben draufhin geschwiegen,man wollte sich nicht den Mund verbrennen. Einen religiösen Hintergrund sehe ich auch nicht.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Dorfkind » Mo 10. Jun 2013, 21:12

Ich finde es einfach nur schade.
Der Täter der es (meiner Meinung)
nach getan hat wurde nie bestraft..
Kinderleben wurden ausgelöscht die für die Streitigkeiten nichts konnten.
Und wer auch immer diese Worte auf das Sterbebild geschrieben
war sich wohl nicht bewusst was angerichtet worden ist...
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon elfeee » Mo 10. Jun 2013, 21:26

Hallo @Dorfkind :shakehand:

es sind so viele Fakten, die da reinspielen, das kann man nicht mit einem Satz erklären.
Schau Dich mal hier um, Du wirst sehen, das Deine ersten Eindrücke unbeantwortet bleiben.,.

Ich wünsch Dir trotz des erschütternden Themas viel Energie zum Nachlesen. :icon_e_biggrin:
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Dorfkind » Mo 10. Jun 2013, 21:30

Welche Frage ich mir noch stelle.Der Täter hatte Angehörige wie konnten diese mit diesem Verdacht oder Wissen mit ihm unter einem Dach leben??
Wie kann man soetwas mit seinem Gewissen vereinbaren?Dass die Leute aus dem Dorf schwiegen ist vielleicht gerade noch nachvollziehbar aber die eigene Familie?
Vorallem wenn bei der Beisetzung der Opfer soviel Anteilnahme bestand?
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Montecuccoli » Mo 10. Jun 2013, 22:22

Im ersten Film (1991) des Kurt Hieber drückt sich Andreas Schw. jun. ziemlich deutlich aus und beruft sich auf seinen Vater, der damals als der Mord geschah etwa 25 Jahre alt war:

"... Dös woa Liebes, Liebessochan woan dös, hod mei Vota g'sogt. Do woidt oana vielleicht neiheirat'n. Do woa a kloans Kind do, na freilich muaß a daun ois wegtoa, oda? Dös war a Liebesmord! Dös sogt eahna koana, gej? - oba mei Vota hod mas g'sogt. Auf dös kennans steh' bleim, daß dös a Liebesmord woa."
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon koenigstiger » Mo 10. Jun 2013, 22:25

Das ist eine der Merkwürdigkeiten der menschlichen Spezies. Da müssen wir nicht weit sehen. Wie bewältigten es die Heimkehrer aus dem Krieg ? Viele hatten sich schuldig gemacht
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Montecuccoli » Mo 10. Jun 2013, 22:49

Du kennst sicher die Geschichte des Heinrich Severloh. Auf der eigenen Seite ist man Held, auf der des Gegners Verbrecher.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Severloh
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon koenigstiger » Di 11. Jun 2013, 10:07

ja ich kenne diese Geschichte. Der Fall Severloh betraf viele Soldaten des Krieges. Nur die Bewältigung war verschieden. Bevor ich zur BW ging wohnte ich in einem Haus wo auch eine grosse Kneipe war. Dort verkehrten viele ehemaligen Soldaten des WKII. Nach einem bestimmten Alkoholpegel löste sich die Zunge. Da waren viele Severlohs dabei. Auch offenbarte sich die Gesinnung.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon holzerbräu » Di 11. Jun 2013, 10:36

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ja ich kenne diese Geschichte. Der Fall Severloh betraf viele Soldaten des Krieges. Nur die Bewältigung war verschieden. Bevor ich zur BW ging wohnte ich in einem Haus wo auch eine grosse Kneipe war. Dort verkehrten viele ehemaligen Soldaten des WKII. Nach einem bestimmten Alkoholpegel löste sich die Zunge. Da waren viele Severlohs dabei. Auch offenbarte sich die Gesinnung.


Wodurch unterscheiden sich eigentlich Soldaten der ehemaligen Wehrmacht so grundlegend von Soldaten der alliierten Streitkräfte hinsichtlich ihrer individuellen Vergangenheitsbewältigung?
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Montecuccoli » Di 11. Jun 2013, 11:18

Den Charakter eines Volkes erkennt man daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht."
Charles de Gaulle, ehemaliger General und französischer Staatspräsident
(22.11.1890 - 9.11.1970)
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon koenigstiger » Di 11. Jun 2013, 11:30

eigentlich wenig, nur das viele irgendwann zur Kenntnis nehmen mussten einem Verbrecher gefolgt sein mussten und missbraucht wurden. Jede Nation hat ihre eigene Methode die Vergangenheit zu bewältigen. Ein Bekannter hatte während meiner Tätigkeit in Paris grosse Probleme, weil er auf die Kollaboration vieler Franzosen hinwies. Durch die Definition eines Feindbildes kann man immer punkten, auch wenn der Feind per se nicht existent ist.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Montecuccoli » Di 11. Jun 2013, 11:56

koenigstiger hat geschrieben:... Durch die Definition eines Feindbildes kann man immer punkten, auch wenn der Feind per se nicht existent ist.

Der Sündenbock ist eine gängige Methode, um vom eigenen Versagen abzulenken und bewährte sich von der Antike bis heute.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Bernstein » Di 11. Jun 2013, 12:24

@Koenigstiger,
da musste ich jetzt etwas schmunzeln: in den 70-zigern war ich oft in Frankreich (diesen schönen Zeiten trauere ich heute noch etwas nach ...), , hatte da einige sehr nette Bekanntschaften gemacht, es ergaben sich freundschaftliche Bindungen, auch zu den Familien selbst.
Na klar, und die Liebe war natürlich auch mit ihm Spiel :-)
In der Familie von Claire V. (Paris/Athismons) kam ich paarmal in ein gutes Gespräch mit dem Opa, einem Kriegsteilnehmer (noch WK-I), und der gestand mir unter lustigem Augenzwinkern ein, dass nach dem Krieg (WK-II) ja angeblich alle (!) Franzosen in der Resistance gewesen waren.
Damals konnten wir beide darüber herzlich lachen.
*****
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Montecuccoli » Di 11. Jun 2013, 12:45

Bernstein hat geschrieben:... der gestand mir unter lustigem Augenzwinkern ein, dass nach dem Krieg (WK-II) ja angeblich alle (!) Franzosen in der Resistance gewesen waren. ...

Etwa 75.000 - 200.000 Franzosen haben deutsche Wehrmachtsoldaten als Väter.
http://www.wn.de/Welt/Politik/2013/01/I ... -berichten

https://de.wikipedia.org/wiki/Besatzungskind
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon koenigstiger » Di 11. Jun 2013, 12:53

das mag sein, aber man kann schnell an die Falschen geraten. Gerade im Hinblick auf den wirtschaftlichen Erfolg und die Stärke des Nachkriegsdeutschlands wurde jede Sache auf die Goldwaage gelegt. Es kam zum Eklat, als man im Rahmen eines riesigen Projektes keinen Renault LKW mit angeboten hatte. Jeder, auch die französischen Mitarbeiter wussten, das den niemand will. Wie an den Königshöfen üblich, so gab es bei und einen August, der durfte das. Er war ehemaliger deutscher Fremdenlegionär.

In der Ukraina etwa 600 000 deutsche Väter. Verhalf damals in 1998 einer Frau aus Mariupol zum deutschen Pass. Der Vater lebte nahe Nürnberg und bestätigte den Sachverhalt und der hatte eine Tochter
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