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Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

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Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Marianne » Do 23. Aug 2012, 11:16

Hallo allerseits

Noch bin ich ja erst am Anfang meiner Auseinandersetzungen mit dem Fall HK.

Doch gibt es da und dort Anzeichen, dass diese Tat kaum von einem, zumindest einigermassen "normaltickenden" Menschen ausgeführt worden ist. Mir kommt sie vor wie eine regelrechte Hinrichtung/Abschlachtung....

Und ob denn überhaupt auch nur einer von denen, die bei den Untersuchungsbehörden und der Bevölkerung ins Kreuzfeuer der Verdächtigungen geraten sind, noch paar Tage über die Tat hinaus auf dem Hof verbracht hätte?
Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Ein jeder von denen hätte doch blitzartig den Ort des Geschehens hinter sich gelassen.

Nicht unbedingt jedoch ein Irrer, ein Verblendeter....einer, der überzeugt davon war, das Richtige getan zu haben.
Somit wäre auch eine Art "Erklärung" dahingehend zu finden, warum der kleine Josef sterben musste. Er war ein "Kind der Schande". Solcherlei Abwertungen geisterten damals aber nicht nur in den Köpfen von geistesgestörten Fanatikern herum.

Bei meinen Ueberlegungen würde somit eigentlich nur der Mord an der neuen Magd aus dem Rahmen fallen.

Weiss man etwas darüber, ob in der Zeit nach dem Mord möglicherweise irgendjemand aus der näheren oder weiteren Umgebung des Tatortes ins "Irrenhaus" (damals hiess das noch so) verbracht werden musste? Dort vielleicht gar für den Rest seines Lebens verschwand? So im Sinne von: Aus den Augen, aus dem Sinn!

Hat schon mal jemand von den Hinterkaifeck-Forschern die Patienten-Akten aus der damaligen Zeit in den umliegenden psych. Kliniken eingesehen.
Fraglich halt, ob solche überhaupt noch vorhanden sind. Es sind ja viele Kliniken von den Nazis "geräumt" worden, zahllose Insassen sind deportiert und als "unwertes Leben" umgebracht/vergast worden.....
Marianne
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Brandner » Do 23. Aug 2012, 16:00

Der Täter hat die Grubers gehasst und gekannt. Es war aber nicht sicher ob der kleine Bub ein Inzestkind war. Ich glaube aber schon das die ungeklärte Vaterschaft ein Hauptgrund für die Morde war. Ein Irrer hätte weitergemordet, ein religiöser Fanatiker hätte irgendeine Botschaft hinterlassen, solche Typen wollen publik machen warum sie gemordet haben. Dieses Problem ist bei Bäcker Bärtl auch. Er entwischt aus der Anstalt, bringt die HKler um und verschwindet im Dunkel der Geschichte.
Ich bin mr auch nicht sicher ob die Tat so geplant war, ich gehe von einer Eskalierung aus,die Magd war Augenzeugin und musste deshalb sterben.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Hauser » Do 23. Aug 2012, 18:19

Marianne hat geschrieben:Bei meinen Überlegungen würde somit eigentlich nur der Mord an der neuen Magd aus dem Rahmen fallen.


Sie ist auch aus dem Rahmen gefallen, sie hat den Todesschrei gehört wie ihn nur Menschen im Todeskampf ausstoßen und wollte aus dem Haus flüchten, es war aber bereits zu spät.
Hauser
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Marianne » Fr 24. Aug 2012, 07:47

Hauser hat geschrieben:Sie ist auch aus dem Rahmen gefallen, sie hat den Todesschrei gehört wie ihn nur Menschen im Todeskampf ausstoßen und wollte aus dem Haus flüchten, es war aber bereits zu spät.


Wo steht denn das geschrieben, Hauser?

Das wäre sicher eine weitere Seltsamkeit im Fall Hinterkaifeck: Aussagen von einer Toten. :mrgreen:
Marianne
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Hauser » Fr 24. Aug 2012, 13:12

Marianne hat geschrieben:Wo steht denn das geschrieben, Hauser?


Geschrieben steht es, ist aber schon lange her.

Marianne hat geschrieben:Das wäre sicher eine weitere Seltsamkeit im Fall Hinterkaifeck: Aussagen von einer Toten. :mrgreen:

Leider sind auf dem Tatortfoto die Füße und Schuhe nicht sichtbar, ich würde darüber Nachdenken warum der Rucksack nicht ausgepackt wurde und Maria Baumgartner vor dem Bett erschlagen wurde.
Hauser
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Marianne » Fr 24. Aug 2012, 15:51

Najaaa Hauser.... ob ich mit "darüber Nachdenken" zu einem einigermassen einleuchtenden, zufriedenstellenden Resultat finden könnte bezüglich diesem Schreien, dass die Magd gehört und darauf entsprechend reagiert hat, das sei mal dahingestellt.

Ob es eine Rekonstruktion der letzten Stunden vor dem Geschehen gibt, das weiss ich nicht, noch nicht. Wenn ja, dann kann das doch auch nicht mehr als ein Versuch sein, ein ganz weitmaschig gestrickter, aufgrund gewisser Hinweise, Aussagen.....
Marianne
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Hauser » Fr 24. Aug 2012, 18:40

Marianne hat geschrieben:Ob es eine Rekonstruktion der letzten Stunden vor dem Geschehen gibt, das weiss ich nicht, noch nicht. Wenn ja, dann kann das doch auch nicht mehr als ein Versuch sein, ein ganz weitmaschig gestrickter, aufgrund gewisser Hinweise, Aussagen.....


So ganz weitmaschig würde ich das nicht abtun, es gibt auf einem Bauernhof einen geregelten Tages/Abendablauf schon wegen der jahreszeitlichen Lichtverhältnisse.
Hauser
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Brandner » Fr 24. Aug 2012, 21:55

Irgendwas wird die Magd schon was gspannt haben. Als der Täter aber ins Haus ging musste er an der Kammertür der Magd vorbei. Entweder ging die nachschauen wer da kam oder die Kammertür war offen. Beides war für sie tödlich. Nach der Lage der Toten kann man annehmen das sie nicht überrascht wurde.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon elfeee » Fr 24. Aug 2012, 22:01

Von ihrer Lage aus zu gehen, - schnell unters Bett zu flüchten - kann es durchaus so gewesen sein, daß sie Schreie gehört hat und nachsehen gehen wollte, in diesen Moment muß sie den Täter gesehen haben und auch umgekehrt.
Sie ist zurück in ihre Kammer und wollte sich einfach verstecken unter dem Bett, aber so weit kam sie nicht mehr.

Hätte sie der Täter in ihrer Kammer überrascht, wäre sie nicht so weit unter dem Bett, der Täter hätte sie dann im Sitzen oder Stehen oder beim Bett herrichten überrascht und erschlagen.

Aber so wie sie liegt ist es eher anzunehmen, daß sie sich unter dem Bett verstecken wollte.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Radar » Fr 24. Aug 2012, 23:27

Ich habe meine Zweifel, dass sie sich unter dem Bett verstecken wollte.
Denn nicht sie kroch zum Bett, sondern das Bett kam zu ihr.

Es scheint als hätte der Täter das Bett über sie und auf sie herab gestellt.
Vielleicht eignet sich ja auch das Bein vom Bett für ein tiefes Loch im Schädel.
Auch mit dem Schemel konnte man auf eine Person eindreschen.

Alles sehr lebhaft in meiner Vorstellung.
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Marianne » Sa 25. Aug 2012, 08:31

Radar hat geschrieben:Alles sehr lebhaft in meiner Vorstellung.


Die Lebhaftigkeit unserer Vorstellungen beleben das Forum, Radar. :D

Mit "aus dem Rahmen fallen" meinte ich eigentlich nicht die Lage in welcher die Toten aufgefunden wurden.
Damit meinte ich, dass wenn es sich um einen Täter der aus religiösem Fanatismus gehandelt hätte, das Töten der Magd nicht in seine Motivation hineingepasst hätte. Er musste sie halt als mögliche Zeugin umbringen.

Mir geht halt einfach nicht in den Kopf rein, dass es sich beim Täter um jemandem aus der Nachbarschaft, der Dorfgemeinschaft gehandelt haben könnte, der es sich über die Tat hinaus noch paar Tage auf dem Dachboden "gemütlich" gemacht hat. Der müsste doch in seiner Familie vermisst worden sein.

Dass die Kühe in den folgenden Tagen gemolken wurden, dass steht doch eigentlich fest, sonst hätte man ihr Brüllen weit herum hören müssen.
Wo ist denn die Milch eigentlich hingekommen?
Marianne
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Marianne » Sa 25. Aug 2012, 08:37

Hat man eigentlich mal die handschriftlichen Bemerkungen auf dem Sterbebildchen mit anderen Handschriften verglichen, mit denen aus dem Kreis der Verdächtigen?

Obwohl: Eine Uebereinstimmung wäre ja auch kein Beweis gewesen. Doch hätte man zumindest nachfragen können, wie er/sie überhaupt dazu kommt, solche Sachen aufs Bildchen zu schreiben....
Marianne
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon Hauser » Sa 25. Aug 2012, 14:28

War er ein religiöser Fanatiker?

Irgendwelche Spuren auf dem Hof zu verfolgen ist für die Kriminalbeamten praktisch ausgeschlossen.
Hunderte von Stiefelabsätzen haben sich in den Küchen- und Stubenboden eingedrückt kleben an allem und jedem, was einmal den Grubers und Gabriels gehört hat.
Einen Alibi-Gipsabdruck haben sie gemacht, das war's dann auch, nicht einmal die Tatortfotos wollten richtig gelingen, es war wie ein Fluch.
Auf der einen Seite haben sie gebetet und Wache geschoben, auf der anderen Seite haben sie sämtliche Spuren vernichtet. :lol:
Das sieht nicht gerade nach einem rel. Fanatiker aus, sondern kalkuliert.
Hauser
 

Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon holzerbräu » Sa 25. Aug 2012, 17:32

Mir geht halt einfach nicht in den Kopf rein, dass es sich beim Täter um jemandem aus der Nachbarschaft, der Dorfgemeinschaft gehandelt haben könnte, der es sich über die Tat hinaus noch paar Tage auf dem Dachboden "gemütlich" gemacht hat. Der müsste doch in seiner Familie vermisst worden sein.


Mir geht überhaupt nicht in den Kopf rein, dass die Ansicht, der oder die Täter könnten sich noch mehrere Tage nach dem Verbrechen ununterbrochen am Tatort aufgehalten haben, von den damaligen Ermittlern sehr lange Zeit über favorisiert werden konnte.
Nur sozial isolierte Fanatiker, Irre und Schwachsinnige würden unter gewissen Umständen so handeln.
Natürlich gibt es immer wieder Fanatiker, Psychopathen und Irre, die Morde begehen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass rund 90% aller Morddelikte Beziehungstaten sind, 8% aus reiner Bereicherungsabsicht verübt werden und nur 2% aus "sonstiger" Motivation heraus geschehen.
Irre und Fanatiker sind also mit grossem Abstand die unwahrscheinlichsten Täter. @Brandner hat es kürzlich geschrieben, Täter aus diesem Kreis hätten künftig weiter gemordet und wären irgendwann zwangsläufig gefasst worden.
Nur die Wahrscheinlichkeit, Ausserirdische könnten die Morde von Hinterkaifeck verübt haben, ist noch einmal etwas geringer... :lol:
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Re: Der Täter - Ein religiöser Fanatiker? Ein Psychopath?

Beitragvon holzerbräu » Sa 25. Aug 2012, 19:09

Na ja @Hauser, der wahrscheinliche Täter von Hinterkaifeck hatte keine andere Wahl. Er musste den Ermittlern die Täter als ziemlich schwachsinnige Raubmörder verkaufen. Sich selbst sah er später notwendigerweise als religiösen Fundamentalisten, den der Herrgott die Reuthaue geführt hatte, um die "Blutschande auszurotten". Ferner hatte er ihm vier Tage Zeit, viele Schaulustige und "nicht zuständige" Kriminaler geschickt. Der Herrgott musste Schwerstarbeit leisten...
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