Anmelden

Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

In dieser Rubrik können auch unsere Gäste mitlesen
  • Autor
    Nachricht

Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon leutheusser » So 12. Sep 2010, 08:36

Hier kann die Diskussion von Foren-City weitergeführt werden..

EDIT: Ich kopiere die letzten Beiträge von foren-city hierhin, damit der Faden nicht verloren geht. -schimmelchen-
leutheusser
 
Beiträge: 1184
Registriert: Mi 8. Sep 2010, 22:01

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:23

Petergstamm
Anmeldungsdatum: 23.05.2010
Beiträge: 26

Verfasst am: 27 Mai 2010 12:39 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Ich habe gelesen, daß kurz nach Auffindung der Leichen rund 40-50 Nachbarn auf dem Hinterkaifecker Hof waren.

Die sind auch nachts nicht fortgegangen, sondern haben Totenwache gehalten und den Seelenrosenkranz gebetet.

Zum Begräbnis sind dann Tausende von Leuten gekommen. So steht es jedenfalls im Leuschner-Buch, das ich inzwischen auch gelesen habe. Woher kam dieses Interesse? Das paßt nicht dazu, daß die Toten von Hinterkaifeck zu Lebzeiten so unbeliebt gewesen sein sollen.

Durch den Krieg, der erst vier Jahre vorbei war, waren die Leute doch an den Tod gewöhnt. Daher finde ich es erstaunlich, daß so viele Menschen Anteil am Schicksal der Opfer genommen haben. Die Leute müssen von weit hergekommen sein.

Was hat wohl diese Massentrauer ausgelöst?
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:24

Fireflies
Anmeldungsdatum: 10.03.2010
Beiträge: 581

Verfasst am: 27 Mai 2010 13:16 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Hier denke ich das es zum einen Neugierde und Katastrophen-Tourismus war; zum anderen natürlich die grausame Tat selbst.


Aber trotzdem eine interessante Frage
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:25

Phobos
Anmeldungsdatum: 18.11.2009
Beiträge: 227

Verfasst am: 27 Mai 2010 16:58 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

@Petergstamm

Herzlich Willkommen erstmal!

Ich vermute der Massenauflauf ist der Sensationsgier geschuldet. Die Leute waren durch den Krieg natürlich mit dem Tod "vertraut", allerdings verlief die Front ja nicht durch Gröbern und den Anblick von sechs erschlagenen Menschen bekommt man nicht alle Tage.
Ich denke, ich wäre damals auch hingegangen
Ein gewisses morbides Interesse vereint wohl die meisten, die hier diskutieren.

Viele Grüße
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:25

TheresiaT
Anmeldungsdatum: 19.11.2009
Beiträge: 12
Wohnort: Oberbayern

Verfasst am: 27 Mai 2010 19:02 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Ich wohne in einer Pfarrei mit ca. 500 Seelen, also nicht wirklich groß. Aber bei "einer anständigen Leich" kommen bestimmt 200 Leute in die Kirche. Auch, wenn der Verstorbene schon uralt war, 10 Jahre nicht mehr aus dem Haus kam und ihn kaum jemand richtig kannte. Das gehört sich einfach so, dass man da hin geht.
Ich kann mich an einige Mordfälle hier in der Gegend erinnern, da sind die Leute in Scharen "ganz zufällig" tagelang vorbeigefahren, obwohl es höchstens nur ein paar Blutflecken zu sehen gab, wenn überhaupt.
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:26

AngRa
Moderator
Anmeldungsdatum: 17.11.2009
Beiträge: 1384

Verfasst am: 27 Mai 2010 22:48 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Die Beerdigung von Mordopfern ist wohl anscheinend zu allen Zeiten für Schaulustige interessant gewesen.

In Frankfurt am Main wurde der Klavierhändler Lichtenstein im Jahr 1904 ermordet.

Es gibt einen Zeitungsbericht über seine Beerdigung auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.Vielleicht ist es ganz interessant zu lesen, was der Pfarrer bei dieser Beerdigung so gesagt hat, wenn man es mit der Rede von Pfarrer Haas vergleicht, der die Geschichte von Kain und Abel am Grab der Hinterkaifecker erwähnt hat.

http://www.frankfurter-hauptfriedhof.de ... stein1.htm

Frankfurter Zeitung und Handelsblatt vom 1. 3.1904

Unter starker Beteiligung des Publikums erfolgte heute Vormittag um 11 Uhr die Beisetzung der Leiche Lichtensteins auf dem Frankfurter Friedhof. Das Grab um- standen zahlreiche Neugierige, besonders Frauen. Ein Posaunenchor leitete den Trauerakt ein und beschloß ihn. Pfarrer Battenberg rief nach seiner Tröstung der Angehörigen Gott an: »Nimm Dich auch an des verruchten und in seiner Sünde doch so beklagenswerten Mörders, und hilf Du selbst, daß nicht durch ungesühnte Schuld die Heiligkeit der sittlichen Weltordnung verletzt werde!« Tief ergriffen war die Menge, als der Grabredner erzählte, daß die Mordtat am Tage der zwanzigsten Wiederkehr des Verlobungstags Lichtensteins geschah.
Rote Nelken habe er seiner Gattin am Morgen geschenkt - rote Blutstropfen habe sie am Mittag erschauen müssen. Darnach sprach der Prediger von der stetigen Hilfsbereitschaft, der selbstlosen Berufstätigkeit und dem glücklichen Familienleben des Verstorbenen.
Kränze wurden im Auftrag des Verbands deutscher Klavierhändler, von der Obertertia des Goethegymnasiums, vom Paulschor und von seinem Diener, dem Auslaufer Schick, niedergelegt. Außerdem deckten zahlreiche Blumen- und Palmenspenden von Freunden und Bekannten das Grab.
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:27

elfeee
Site Admin
Anmeldungsdatum: 17.11.2009
Beiträge: 941
Wohnort: Vohburg

Verfasst am: 27 Jun 2010 16:10 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

@AngRa schrieb:


Zitat:
Ich gehe schon davon aus, dass dem Täter viel daran gelegen war, dass die Auffindung der Leichen verzögert wird.


und nach 4 Tagen war er fertig mit seiner Arbeit.
Da kam der Hofner gerade recht.
Eigentlich sieht es so aus, als sollte der Hofner die Leichen finden, das zeigt sich an der Versetzung des Hundes.
Aber Hofner hat nun mal nicht nachgeschaut, statt dessen den Schlittenbauer-Töchtern bescheid gegeben, daß er mit der Reparatur fertig ist und daß sich auf dem Hof nichts rührt.
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:27

Johann
Anmeldungsdatum: 15.07.2010
Beiträge: 63
Wohnort: Mainfranken

Verfasst am: 15 Aug 2010 23:12 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Wenn ich recht weiß, war in der Zeit des Mordes kein harter Dauerfrost, sondern eher Schneematsch und tritschel-tratschel Wetter.
Es gab auch keinen befestigten Weg von Gröbern nach HK.
Wenn da nun jemand desöfteren von Gröbern nach HK und zurück gegangen wäre, dann müßten doch deutlich sichtbare Spuren entstanden sein.
Tagsüber hätte er ja versuchen können sich von Grasbüschel zu Grasbüschel hupfend fortzubewegen, aber auch das hätte nur bedingt geklappt.
Aber nachts hätte er bei Schneelage genauso wie bei Matsch Spuren gemacht und die hätten doch auffallen müssen.
Zumal der Täter schon vor der Tat sich in der Nähe von HK aufgehalten haben soll.

Oder was meint Ihr ?
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:28

AngRa
Moderator
Anmeldungsdatum: 17.11.2009
Beiträge: 1384

Verfasst am: 15 Aug 2010 23:23 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Tritschel-Tratschel Wetter ist gut.Den Ausdruck merke ich mir!

Ich gehe mal davon aus, dass die Spuren nicht signifikant waren, weil es viel geregnet hat bzw. Nasses von oben gekommen ist.

Die waren nur kurze Zeit sichtbar und dann vertritschelt.
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:29

brandnerkaspar
Anmeldungsdatum: 16.12.2009
Beiträge: 892
Wohnort: Graz Umgebung

Verfasst am: 15 Aug 2010 23:24 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Ês wird schon berichtet das in der Tatnacht ein Sturm mit Schneefall war. aber es kann nicht viel gewesen sein. An dem Hoiffoto sieht man keinen Schnee. Aber selbst wenn. Es sind mehrere Leute auf HK vorbeigekommen die auch Spuren hinterlassen haben. Es wäre sicher schwer bis unmöglich gewesen die richtigen Spuren herauszufinden.
Grüsse
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:29

schimmelchen
Administrator
Anmeldungsdatum: 17.11.2009
Beiträge: 1096
Wohnort: Oberbayern

Verfasst am: 15 Aug 2010 23:40 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Johann hat folgendes geschrieben:
Tagsüber hätte er ja versuchen können sich von Grasbüschel zu Grasbüschel hupfend fortzubewegen, aber auch das hätte nur bedingt geklappt.


Na, ich denke das wäre dann doch aufgefallen, wenn der sich Nachbar hüpfend Richtung Hinterkaifeck bewegt und dann wieder zurück.

Nein im Ernst, ich denke auch, daß einfach tagsüber Tauwetter war und somit die Spuren nicht genau definierbar waren.
Vielleicht noch früh morgens, als der alte Gruber die Fussspuren entdeckte, die zum Hof hinführten und nicht mehr zurück, da der Boden noch gefroren war, aber tagsüber? Glaube ich nicht....
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon schimmelchen » Do 16. Sep 2010, 14:30

brandnerkaspar
Anmeldungsdatum: 16.12.2009
Beiträge: 892
Wohnort: Graz Umgebung

Verfasst am: 16 Aug 2010 0:06 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Es wurden schon Fusspuren dokumentiert. Der Sache wurde nachgegangen
Und es wurde festgestellt das sie erst NACH der Tatnacht entstanden sind.
Benutzeravatar
schimmelchen
 
Beiträge: 2030
Registriert: Di 7. Sep 2010, 16:39
Wohnort: Oberbayern

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon Brandner » Mi 22. Sep 2010, 20:25

Der Gruber sprach zwar von Fusspuren die zum Motorhaus gehen, aber er fürchte sich nicht. Sein gewehr wsei immer geladen. Von Fusspuren die zum Motorenhaus führen aber nicht mehr weg sagte er nichts. Ich glaube das war schriftstellerische Freiheit der Reporter.
Benutzeravatar
Brandner
 
Beiträge: 8665
Registriert: Mi 8. Sep 2010, 08:22
Wohnort: Graz-Umgebung

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon AngRa » Mi 22. Sep 2010, 20:38

Mensch @Brandner, das hört sich doch auch cool an, wenn Spuren ins Haus führen, aber nicht mehr vom Haus weg.

Aus Fußspuren kann man übrigens auch auf die Statur des Läufers schließen. Gruber konnte das sicher auch, vielleicht waren die Spuren keine Bedrohung für ihn, weil sie von einem Leichtgewicht stammten?
Benutzeravatar
AngRa
 
Beiträge: 6494
Registriert: Di 7. Sep 2010, 19:10

Re: Was passierte auf HK in den Tagen nach der Tat?

Beitragvon Brandner » Mi 22. Sep 2010, 21:04

Ja leider schenkte er ihnen keine Bedeutung.
Es klingt auch gut. Der Mann am Waldrand, die Münchner Zeizung, die Fusspuren, das Losgebundene Rind....
Wenn man das alles in die richtige Reihenfolge setzt hat man ein perfektes Szenario das in einen Drama enden MUSS.
Leider weis man nicht wie sich alles wirklich abgespielt hat und was wirklich mit der Vorgeschichte zu tun hat :gruebel:
Benutzeravatar
Brandner
 
Beiträge: 8665
Registriert: Mi 8. Sep 2010, 08:22
Wohnort: Graz-Umgebung

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder

cron