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Hieber-Dokumentation von 2009

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Hieber-Dokumentation von 2009

Beitragvon leutheusser » Sa 11. Sep 2010, 17:25

Hieber-Film 2009


http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnav ... erkaifeck/

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Donaukurier vom 19.11.2009

http://www.donaukurier.de/lokales/ingol ... 99,2212727

"Man weiß am Ende, wer der Mörder war"


Ingolstadt (dk) Dem Täter dicht auf den Fersen waren die rund 200 Besucher der Kaifeck-Nacht des DONAUKURIER am Mittwochabend im CineStar am Westpark. Zu sehen waren das ZDF-Dokudrama "Kaifeck - Die wahre Geschichte hinter Tannöd" und die Vorpremiere von "Tannöd".


Regisseur Kurt Hieber hat den Fall in seinem Film "Kaifeck - Die wahre Geschichte hinter Tannöd" mit Hilfe von professionellen Profilern und Mitarbeitern der Polizeihochschule Fürstenfeldbruck nochmals aufgerollt. "Man weiß am Ende des Dokudramas, wer der Mörder gewesen ist", konstatiert DK-Redakteur Stephan Boos, einer der Mitwirkenden - ohne freilich den Namen zu nennen.

Peter Leuschner, der zwei Hinterkaifeck-Bücher verfasst hat und kürzlich in letzter Instanz mit seinem Plagiatsvorwurf um den Bestseller "Tannöd" von Andrea Maria Schenkel vom Oberlandesgericht München abgewiesen wurde, findet den Film handwerklich gut gemacht und sehr eindrucksvoll. Seiner Meinung nach ist der Mörder nicht der große Unbekannte, "sondern im näheren Umfeld der Opfer zu suchen".

Als "großartig" bezeichnet Konrad Müller, der sich als Kriminalkommissar lange Jahre mit dem Fall befasst hat und auch nach seiner Pensionierung weiter rechierte, das ZDF-Dokudrama. Er ist derzeit dabei, eine Zusammenfassung über die Täterschaft im Fall Kaifeck zu erstellen und möchte anschließend seine insgesamt zwölf Leitz-Ordner zu dem nie geklärten Mordfall aus dem Jahr 1922 dem Polizeimuseum in Ingolstadt übergeben.

In seinem nächsten Projekt wird sich Regisseur Kurt Hieber mit Theo Berger, dem "Al Capone vom Donaumoos" befassen. Die Dreharbeiten werden voraussichtlich im Herbst 2010 beginnen.


Uwe Ziegler, Online-Redaktion


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Re: Hieber-Dokumentationen

Beitragvon leutheusser » Sa 11. Sep 2010, 17:27

http://bazonline.ch/kultur/kino/Die-Nac ... y/20931756

Basler Zeitung vom 19.11.2009


Die Nacht, als der Teufel mit der Spitzhacke kam

Von Simone Matthieu.

Gestern beschäftigte sich eine ZDF-Doku mit den Fakten hinter dem unheimlichsten Mordfall der deutschen Geschichte und präsentierte neue Erkenntnisse.


Der Sechsfachmord von Hinterkaifeck. Das Verbrechen geschah in der Nacht vom 31. März 1922. Damals nur mangelhaft untersucht, versuchen seit nunmehr 87 Jahren immer neue Ermittler, Hobby-Detektive, Buch-Autoren und Journalisten dem Geheimnis um die brutale Tat auf die Spur zu kommen.

Der Fall ist bis heute nicht abgeschlossen. Am Vortag des Kinostarts von «Tannöd» – der Film basiert auf diesem historischen Verbrechen – versuchte die ZDF-Dokumentation «Der Fall Hinterkaifeck» Licht ins Dunkel zu bringen.

Die TV-Reporter begleiten eine Abschlussklasse der Polizeihochschule Fürstenfeldbruck, die sich dem Fall nochmals annimmt. Neben den offiziellen Ermittlern gibt es auch eine selbsternannte «Soko Hinterkaifeck», die sich im Internet formiert hat: Zahnärzte, Studenten, Juristen, Rentner und Ingenieure diskutieren im Netz jedes Detail und jede neue Wendung, die es im Fall gibt.

Das Ausgangsmaterial für die heutigen Detektive ist dürftig. Michaela Forderberg-Zankl, die die Studie an der Polizeihochschule leitet, sagt, es sei nicht nachzuvollziehen, warum 1922 keine Fingerabdrücke genommen und lediglich fünf Tatort-Fotos gemacht wurden. Die damaligen Ermittler verliessen den Tatort nach kürzester Zeit wieder.

Die bekannten Fakten

Was man weiss: Die Witwe Viktoria Gabriel wohnt mit ihrer Tochter Cilli – der Vater Karl Gabriel ist im Krieg gefallen – und ihrem unehelichen Sohn Josef auf dem Hof ihrer Eltern Cäzilia und Andreas Gruber. Die drei Generationen leben zurückgezogen auf dem Einödhof im bayrischen Hinterland.

Viktoria schweigt über die Identität von Josefs Erzeuger. Ein Nachbar, der Ortsvorsteher Schlittenbauer, stellt sich als Vater. Kurze Zeit später leugnet er die Vaterschaft und zeigt Viktoria und deren Vater Andreas Gruber wegen Blutschande an. Schlittenbauer behauptet, Josef sei durch Inzest gezeugt worden. Viktoria schlägt zurück und beantragt ihrerseits Unterhaltszahlungen für Josef durch Schlittenbauer. Heiraten will sie den angeblichen Kindsvater aber nicht. Ein böser Streit entbrennt.

Die Tatnacht

Am 31. März 1922 kommt eine neue Magd auf den Einödhof. Ihre Vorgängerinnen hielten es alle nur kurze Zeit dort aus. Hofbesitzer Andreas Gruber hat den Ruf eines rüden Mannes, der auch mal handgreiflich wird. Er ist deswegen bei der Polizei aktenkundig. Die Magd wird von ihrer Schwester begleitet. Diese verlässt den Einödhof wieder gegen 17 Uhr. Danach, so heisst es im Dorf, kam der Teufel nach Hinterkaifeck.

Einen Tag nach der Tat kommen zwei Kaffee-Vertreter auf den Hof. Sie gehen wieder, da sich nichts rührt. Drei Tage nach der Tat kommt der Postbote. Auch er trifft keinen an, bemerkt aber, dass das Vieh im Stall unruhig ist. Da die Tiere nicht schreien, denkt er sich nichts weiter und geht wieder. Am vierten Tag nach der Tat kommt ein Monteur auf den Einödhof. Er soll eine Maschine reparieren. Da niemand antwortet, bricht er den Maschinenraum auf und arbeitet während vier Stunden. Als er gehen will, steht plötzlich die Stalltüre offen und der Hund der Familie sitzt angebunden vor der Haustür. Der Monteur alarmiert die Dorfgemeinschaft.

Vier Tage nach dem letzten Lebenszeichen durchsuchen Nachbar Schlittenbauer und andere aus dem Dorf den Einödhof. Unter einer losen Türe im Stall versteckt, findet er die aufeinander gestapelten Leichen von Viktoria, ihrer Tochter Cilli und den Grosseltern. Im Haus liegen die Leichen der neuen Magd und des zweijährigen Josef. Allen wurde der Kopf eingeschlagen.

Da Viktorias Zimmer durchsucht wurde und ein Teil ihres Bargeldes weg ist, bleiben die damaligen Polizisten bei ihrer ursprünglichen These von einem Raubmord. Der Täter wird nie gefunden.

Jahre nach der Bluttat wird der unheimliche Einödhof abgerissen. Im Boden versteckt findet man die bislang vergeblich gesuchte Tatwaffe: Es ist die Spitzhacke von Grossvater Andreas Gruber.

Aus heutiger Sicht wird der Fall ganz anders beurteilt

Ganz anders sehen die modernen Ermittler den Sechsfachmord: Da ein grosser Teil von Viktorias Bargeld liegen gelassen wurde, kommt ein Raubmord nicht infrage. Der Fakt, dass alle Leichen zugedeckt waren, ist für die Kriminalpsychologen zudem ein Zeichen von emotionaler Wiedergutmachung. Das heisst, es gab eine Beziehung zwischen Mörder und Opfer. Der Schlüssel zum Verbrechen scheint der kleine Josef zu sein – warum sonst sollte jemand neben den Erwachsenen auch das Kleinkind brutal ermorden.

Dass das Vieh drei Tage nach der Tat zwar unruhig war, aber nicht schrie, ist ein klares Indiz dafür, dass der Mörder sich noch einige Zeit auf dem Hof aufgehalten hat. Er hat die Tiere versorgt, damit niemand Verdacht schöpft. Für die Ermittler ist klar: Nur einer, der den Opfern nahe steht, muss eine solche Inszenierung veranstalten, um den Verdacht von sich zu lenken.

Auch das aufwändig versteckte Mordwerkzeug beweist, dass der Täter noch einige Zeit auf dem Hof geblieben ist. Ein Raubmörder würde möglichst schnell verschwinden und keine Zeit damit verschwenden, Dielenbretter aufzubrechen und wieder zu zu nageln, um die Hacke darunter verschwinden zu lassen.

Sie Internet-Soko kommt zu erstaunlichen Ergebnissen

Dass es sich um eine Beziehungstat handelt, denkt auch die Internet-Soko Hinterkaifeck. Sie hat die alten Tatort-Fotos mit neuer Software beleuchtet und entdeckt auf dem Foto aus dem Stall eine dritte Leiche. Bisher konnte man auf dem Bild nur zwei Körper identifizieren. Bei der neu entdeckten Leiche handelt es sich um Viktoria. Da sie zuunterst auf dem «Leichen-Stapel» liegt, geht die Soko davon aus, dass sie als erste erschlagen und die Tat hauptsächlich wegen ihr verübt wurde.

Mit den heutigen Erkenntnissen rekonstruieren die ZDF-Dokfilmer den plausibelsten aller Tat-Hergänge und lassen ihn nachstellen: Die drei Frauen sind noch wach, als es passiert. Sie werden alle angezogen aufgefunden. Viktoria wurde als erste getötet. Im Stall lauert ihr der Täter auf. Er muss gewusst haben, wie er hineinkommt oder wurde sogar von Viktoria reingelassen, weil sie ihn kennt. Die Grossmutter hört Viktoria im Stall schreien und schaut nach. Sie ist das zweite Opfer. Viktorias Tochter Cilli schickt, weil die beiden Frauen nicht zurück kommen, den Grossvater, der bereits im Bett war, zum Nachsehen. Als auch er nicht wiederkommt, geht Cilli selber in den Stall und läuft dem Täter in die Arme. Dieser schleicht sich, nachdem er im Stall vier Menschen umgebracht hat, ins Wohnhaus. Dort tötet er die Magd in ihrer Kammer und den kleinen Josef, der in seinem Kinderwagen schläft.

Vor diesem Hintergrund lässt eine Aussage, die der Nachbar Schlittenbauer damals gemacht hatte, die modernen Ermittler aufhorchen: «Diese Leute waren nicht gut. Der Herrgott hatte seine Hand schon am rechten Fleck», gibt er zu Protokoll. Eine ungeheuerliche Sichtweise.

Keine Beschuldigungen ohne Beweise

Trotz all der neuen Ergebnisse und einem rekonstruierten Tathergang, der endlich Sinn macht, möchte die Studiengruppe der Polizeihochschule keinen Verdächtigen nennen. «Wir haben einen Namen, uns fehlt aber der endgültige Beweis. Darum wollen wir keine Beschuldigungen aussprechen», sagt Leiterin Michaela Forderberg-Zankl.

Der endgültige Beweis, so hofft die Internet-Soko, könnte durch die neuerliche Aufmerksamkeit, die der Fall dank Buch und Film «Tannöd» auf sich zieht, gefunden werden. Dass in einer verstaubten Truhe auf einem alten Estrich ein alles entscheidener Hinweis liegen könnte, der den Mörder endlich überführt – diese Hoffnung treibt die Internet-Soko und alle andern, die sich in den letzten Jahren des Falles angenommen haben, weiter an.

(bazonline.ch/Newsnetz)


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Re: Hieber-Dokumentationen

Beitragvon leutheusser » Sa 11. Sep 2010, 17:28

http://www.augsburger-allgemeine.de/Hom ... ,4502.html

Augsburger Allgemeine vom 9.11.2009

Ein Verdacht nimmt Gestalt an

Barbara Würmseher

Neuburg Die moderne Kriminaltechnik hat schon in so manchem ungelösten Mordfall noch Jahrzehnte später für Überraschungen gesorgt. DNA-Analysen oder Profiling etwa bringen den Ermittlern immer wieder Lösungen in längst verloren geglaubten Kämpfen gegen das Verbrechen. So scheint man jetzt auch der Wahrheit im Sechsfachmord von Hinterkaifeck ein Stück weit näher zu sein, seit sich die Polizeihochschule Fürstenfeldbruck dieser mysteriösen Bluttat angenommen hat.

Das Doku-Drama „Die wahre Geschichte hinter Tannöd - Hinterkaifeck“ von Filmemacher Kurt Hieber nimmt diese Ermittlungen mit neuzeitlichen Methoden zum Anlass, zusammen mit den Kriminalkommissaren Spuren nach dem wahren Täter zu suchen. Und das 87 Jahre nach dem Verbrechen.

Zwar steht am Ende der Recherchen nicht der Name des Täters, der mit einer Reuthacke eine ganze Bauernfamilie ausgelöscht hat - denn dafür fehlen schlussendlich Beweise oder ein Geständnis. Allerdings vertritt Kurt Hiebers Film, den er fürs ZDF gedreht hat, eine ganz bestimmte Version als die wahrscheinliche. Es rückt den damaligen Nachbarn von Hinterkaifeck, Lorenz Schlittenbauer, als Tatverdächtigen in den Mittelpunkt.

Ehe das Doku-Drama am Mittwoch, 18. November (23.30 Uhr) im ZDF läuft, wurde es jetzt vorab in den Kinos der Region gezeigt. Er stieß auch im Neuburger Hofgarten-Theater auf ein interessiertes Publikum, das den Regisseur mit einer Reihe von Fragen konfrontierte.

Was sich in jener stürmischen Nacht zum 1. April 1922 zugetragen hat, muss das Ergebnis einer Beziehungstat sein. Das sehen die Ermittler der Polizeihochschule als erwiesen an, die somit nicht an einen Raubmord glauben, wie ihn seinerzeit die Kriminaler aus München für wahrscheinlich gehalten hatten.

Lorenz Schlittenbauer - so rollt der Film erneut auf - war möglicherweise der Vater des Buben Josef. Gerüchten zufolge könnte das Kind aber auch aus dem inzestuösen Verhältnis Andreas Grubers und seiner Tochter gestammt haben. Im Doku-Drama aber fährt Viktoria Gabriel mit einer Wagonette in die Stadt und vertraut dem Kutscher an, sie wolle einen Juristen aufsuchen, um von Schlittenbauer Unterhalt zu fordern. Der Film wirft die Frage auf, ob Schlittenbauer wohl darüber entzürnt gewesen sei, Geld für ein Kind zahlen zu sollen, dessen Vater er vielleicht ja gar nicht sei. Immerhin wird der Bauer nach Auffinden der Leichen aus einem Vernehmungsprotokoll zitiert, er sei wütend auf die Hinterkaifecker gewesen. Und laut diesem Protokoll hat er über den Mord gesagt: „Da hat der Herrgott schon die rechte Hand am rechten Fleck gehabt.“

Karl Gabriels Name auf einem Gedenkstein

Schlittenbauer hatte schon seinerzeit als tatverdächtig gegolten, ebenso aber auch der im Krieg mutmaßlich gefallene Ehemann Viktorias, Karl Gabriel. Letzterer allerdings gilt inzwischen als rehabilitiert, steht sein Name doch auf dem Gedenkstein einer Kriegsgräberstätte im französischen Neuville, wo als Sterbejahr 1914 angegeben ist.

Zahlreiche Spuren sind bei den Ermittlungen 1922 am Tatort nicht erkannt worden - nicht nur deshalb, weil die Möglichkeiten damals noch nicht so weit waren. Hiebers Film kommt zur Auffassung, die Polizei aus München habe schlichtweg kein ausreichendes Interesse an dem Fall aus der Provinz gehabt.

Fingerabdrücke wurden ebenso wenig genommen, wie man die damals neueste technische Errungenschaft - eine Reiseschreibmaschine - dabei gehabt habe. Fünf Tatort-Fotos sowie eine Fülle an Vernehmungsprotokollen waren weitgehend die Basis für die jetzigen Recherchen der Polizeihochschule.

Seit sie beendet sind, wurden die Akten im Fall „Hinterkaifeck“ ein weiteres Mal geschlossen. Allerdings hat sich das Mysterium trotzdem noch lange nicht erledigt, denn eine Gruppe Hobbdetektive ermittelt unbeirrt weiter: die Internet-Soko, die im Netz stets bemüht ist, weitere Spuren zusammenzutragen.


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Re: Hieber-Dokumentationen

Beitragvon leutheusser » Sa 11. Sep 2010, 17:30

Hier ist auch noch ein interessanter Link zum Hieber-Film.

http://www.br-online.de/bayern1/mittags ... 780738.xml

Hieber berichtet in diesem Interview von der Bearbeitung des Tatortfotos mit den auseinandergezogenen Leichen und dass man Dank neuerer Bildbearbeitungsmöglichkeiten auf dem Bild eine dritte Leiche entdeckt habe. Er meint, dass es sich bei dieser Leiche um Viktoria Gabriel handele.

Da sie zu unterst liege, sei sei das erste Opfer gewesen.

Jetzt versteh ich auch, was damit gemeint ist, dass im Film eine neue Reihenfolge der Opfer bestimmt werden konnte.

Aber so eindeutig ist es mE nicht, dass Viktoria schon ursprünglich ganz unten gelegen hat. Man weiß nicht, ob nicht doch alle Leichen bewegt wurden. Es gibt unterschiedliche Aussagen dazu.

Gut es spricht natürlich einiges dafür, dass sie das erste Opfer war. Aber dieses aus der Lage zu schließen, ist etwas kühn.

An sich stimme ich ihm aber auch in dem Punkt zu, dass es sich bei der Leiche deren Kopf vom Rock der anderen weiblichen Leiche verdeckt ist und deren rechten Arm man angewinkelt sieht, um die Leiche der Viktoria Gabriel handelt. Nur ich meine, dass dieses nicht unu-mstritten ist.


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Re: Hieber-Dokumentationen

Beitragvon leutheusser » Sa 11. Sep 2010, 17:31

http://www.badische-zeitung.de/nachrich ... 02936.html

Der Fall Hinterkaifeck

Die Morde von 1922 im Kino und Fernsehen

Das Verbrechen von Hinterkaifeck ist bis heute nicht aufgeklärt. Jetzt darf es wieder schaudern machen: Heute widmet sich das Doku-Drama "Der Fall Hinterkaifeck" (ZDF) der Bluttat, morgen startet der Kinofilm "Tannöd".


In der Nacht auf den 1. April 1922 wurden auf dem Aussiedlerhof von Hinterkaifeck, 40 Kilometer von Ingolstadt entfernt, sechs Menschen ermordet: Cäzilia und Andreas Gruber, ihre verwitwete Tochter Viktoria Gabriel, deren Kinder Cäzilia und das Baby Josef sowie die Dienstmagd Maria Baumgartner.

"Der Fall Hinterkaifeck" heißt der Fernsehfilm von Kurt K. Hieber, der sich mit dem Thema seit Jahrzehnten beschäftigt und bereits 1991 in einem Dokumentarfilm Widersprüche und Legendenbildungen um den Mordfall aufzeigte. Inzwischen haben sich angehende Kriminalkommissare der Polizeihochschule Fürstenfeldbruck und eine selbsternannte Internet-SOKO "Hinterkaifeck" noch einmal auf die Spuren des Falls begeben. Ihre Recherchen begleitet der Film dokumentarisch, ihre Erkenntnisse stellt er in aufwändigen Spielszenen nach.

Bettina Oberlis Kinodrama "Tannöd" mit Julia Jentsch und Monica Bleibtreu in den Hauptrollen ist die Verfilmung von Andrea Maria Schenkels gleichnamigem Buch, dem Überraschungsbestseller von 2006. Es stellt den Versuch eines dokumentarisch-historischen Kriminalromans aus der finsteren bayrischen Provinz der 50er Jahre dar. In diese Zeit verlegte die Autorin ihre Geschichte nach dem realen Mordfall aus

Im Roman wendet sich der Verdacht schnell gegen einen "Herumtreiber", gleichzeitig gibt es im Umkreis der Familie mit Geiz, Inzucht, Berechnung und Bigotterie eine Fülle weiterer Motive. In 39 knappen Abschnitten montiert Andrea Maria Schenkel die Aussagen von Beteiligten und Zeugen, ohne metaphorische Abschweifungen und ohne Identifikations- oder Stellvertreterfiguren. Wer es ist, der da interviewt, beschreibt und montiert, bleibt im Dunklen. Erhellt wird jedoch das Grauen der Nachkriegsgesellschaft im Hinterland, die im Wegsehen und Vertuschen ebenso bewandert ist wie in Gefühlskälte.

Eine Verfilmung steht dadurch vor einigen Problemen. Nicht nur, dass der nüchterne Montage-Stil sich nur schwer in einen Kino-Plot übersetzen lässt, man muss sich auch entscheiden, ob es eher einer der neuen deutschen Heimatfilme werden soll, oder doch eine "Bestsellerverfilmung". Die Produktion hat hier versucht, Kompromisse zu finden. Der Film führt mit einer ins Dorf heimkehrenden jungen Frau (gespielt von Julia Jentsch) eine Identifikationsfigur ein. Schauplatz und Sprache erscheinen wie zusammengesetzt, Ort und Zeit sind virtuell. Das macht es für die Zuschauer im Sauerland und in der Eifel zwar ebenso leicht wie für jene im Bayrischen Wald – als allgemeine Provinz-Metapher verliert der Stoff jedoch erheblich an Brisanz.
So erscheint der Film "Tannöd" nicht historisch genug, um etwas vom Werden der deutschen Gesellschaft zu vermitteln, aber auch wiederum zu historisch, um seine moralische Nutzanweisung aktuell werden zu lassen – wie etwa die Frage zu stellen, wo im Augenschließen und Verschweigen die Mitschuld beginnt.

Doch die Aufgabe war schließlich, aus einem merkwürdig quer stehenden Text, der ganz offenbar einen Nerv der gesamtdeutschen Gesellschaft getroffen hat, ein Stück Qualitätskino zu machen. Alle Beteiligten offenbaren dabei viel handwerkliches Geschick und große künstlerische Leidenschaft – von der Regie bis zu den Schauspielern (Monica Bleibtreu, die im Mai starb, ist hier in einer ihrer letzten Rollen zu sehen) . Fatalerweise aber war die Aufgabe von Anfang an unlösbar. So bleiben von dem, was eine Wiederbelebung von Heimat als Horror werden sollte, nur die Spuren einander durchkreuzender Konzepte. Das Bild trügt: Dieses Tannöd brennt nicht.


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